In letzter Zeit ist bei mir sehr viel in Bewegung und ich frage mich häufiger, ob ich nicht einen Moment stehenbleiben soll. Damit meine ich nicht einen Moment der Zeit betreffend. Es ist, ehrlich gesagt, schwierig zu definieren, was ich mit diesem Moment meine.

Durch mein Fernstudium merke ich, dass Stehenbleiben für viele Menschen eine Last zu sein scheint. Es wird als unangenehm empfunden, auch nur einen Moment nicht voran zu kommen. Doch ist das wirklich so?

Stehenbleiben? Ist nicht!

Das sage ich mir im Moment. Diese Woche zum Beispiel habe ich Spätschicht. Das heißt, ich stehe aktuell um 9 Uhr vormittags auf, lerne eine Stunde (manchmal auch etwas länger, wenn ich gerade im Fluss bin) und anschließend schreibe ich an meinen Geschichten, bis ich zur Arbeit muss.
Dann arbeite ich vier Stunden und habe Pause … Nicht. Ich nutze die halbe Stunde Pause dazu, um an meinen Geschichten zu schreiben.

In der Frühschicht hingegen ist es etwas anders. Ich stehe um halb sieben auf und eine Stunde später gehe ich los. Arbeite vier Stunden und habe dann Pause … Nicht. In diesem Turnus nutze ich die Pause um zu lernen. Dann heißt es wieder arbeiten, einkaufen und nach Hause.
Anschließend wird erneut eine halbe Stunde gelernt und dann schreibe ich weiter an den Geschichten. Und es gibt Tage, an denen ich mich Frage, ob Stehenbleiben nicht eine Option wäre. Mal Durchatmen. Einfach vor sich hingammeln und den Kopf ausschalten. Der Kopf sagt jedoch, dass ich das nicht darf. Die Zeit. Es kostet alles Zeit. Stehenbleiben, Gammeln. Das alles kostet Zeit die am Ende des Buches, des Fernstudiums und so weiter fehlt.

Was ist richtig?

Falsch ist auf jeden Fall: ewiger Stillstand. Ewig stillstehen führt zu nichts. Man kommt nie voran und das sollte auch nicht erstrebenswert sein. Nur bin ich mir noch nicht im Klaren, ob es richtig ist, den temporären Stillstand komplett zu verweigern!? Letzte Woche wurde er zwangsweise durchgeführt, aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen. Aber sonst gehen täglich mindestens drei Stunden nur für das Lernen und Schreiben und 9-10 Stunden für Arbeit und Arbeitsweg drauf.

Ich bin ein Mensch der auch noch versucht, seine 8 Stunden Schlaf zu erhalten. Peinlich, was? Dazu kommt noch eine Stunde, die ich brauche um einzuschlafen. Summa Summarum habe ich 2-3 Stunden am Tag für meinen Mann, Haushalt, Hobbies. Nach einer Weile schlaucht dies, weil die drei Stunden nicht genossen werden.
Man plant in dieser Zeit bereits die nächsten Tage, Wochen, Monate.
Und ich warte auf den Punkt, an dem ich mich selbst zum Stillstehen zwingen werde.

Ist es Logik, Stillstand zu verweigern oder einfach nur Dummheit?

 

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