Uns alle erreicht irgendwann ein bestimmter Moment. Der Moment der Einsicht und der Aufgabe.
Aufgrund vielem Feedbacks auf Prosa-Portalen, Freunden und anderen Dingen, bildete ich mir tatsächlich ein, ich hätte ein Talent zum Schreiben von Kurzgeschichten. Es hat ja auch im gewissen Sinne Spaß gemacht. Aber dann …

… kam ein Verlag …

Aufgabe

Quelle pixabay.com

… und die große Freude, es endlich doch irgendwie geschafft zu haben. Doch dann ging alles (viel zu) schnell. Und nur wenige Wochen später, hielt ich es sogar schon in der Hand. Als jemand der keine Ahnung, von der Materie hatte, war ich natürlich unheimlich stolz auf das, was ich ‚erreicht‘ hatte. Ich habe dabei das offensichtlichste vergessen: Prüfen und Hinterfragen.

Die ersten Feedbacks gingen ein und da kam schon der erste leichte Rüttler an meinem Gerüst der …. Fantasie. Es fehlte eine Zeile, welche im Originalskript aber vorhanden war und noch so manch andere Fehler wurden mir aufgezeigt. Also bin ich noch einmal mein Buch durchgegangen und habe eine ziemlich lange Liste an fehlenden Korrekturen erstellt und an den ‚Verlag‘ weitergereicht.
Dann kamen natürlich auch entsprechende Antworten.

„Ist doch deine eigene Schuld. Du hast das doch so abgesegnet!“

Das stimmt. Ich habe das abgesegnet. Ich hatte auch keine Ahnung worauf ich zu achten habe. Und da ich hier und da meine Schwächen habe, fallen mir auch Fehler nicht mehr auf. Und glaubt mir: Ich mache mehr als genug Fehler in schriftlichen Dingen. Und wenn ich einen Text unzählige Male gelesen habe, füllt mein Kopf automatisch fehlende Zeilen auf.
Also selbst Schuld bin ich auf jeden Fall. Und das würde ich auch nie abstreiten. Das bringt auch nix. Macht nur mehr Kopfschmerzen und senkt die Glaubwürdigkeit für sich selbst.

Das eine Jahr

Im Laufe deses Jahres, in welchem mein Buch erhältlich war, habe ich versucht weiterzuschreiben und ich begann an mir selbst zu zweifeln, was den Kurzgeschichtenkram angeht. Man fängt an, sich die anderen Werke des Verlags anzuschauen. Genauer hinzuschauen. Ich habe festgestellt, dass ich mit dem Verlag nicht mehr zusammenarbeiten möchte und habe einen bereits unterschriebenen Folgevertrag revidiert. Hier begann bereits meine Aufgabe.

Ich dachte, ich schließe erst einmal mit dem Thema ab. Doch dann kam der Käufer des letzten Exemplares auf mich zu.

Das schrecklichste Buch was je gelesen wurde

Der Käufer ist jemand aus meinem Bekanntenkreis gewesen, der unbedingt mit mir darüber reden wollte. Und ich bin ihm dankbar dafür, da er mir das bestätigt hat, was ich in der Zeit befürchtet habe. Er ist mit mir systematisch die Aspekte meines ‚Werkes‘ durchgegangen und hat sogar ein paar positive Worte gefunden. Aber im allgemein war das Urteil von ihm und seinen Kollegen, bei denen er sich weitere Meinungen eingeholt hat (Darunter auch Menschen, welche sich mit Literatur auskennen und es wirklich als schrecklich empfanden) vernichtend. Zu Recht, wie ich bei genauerer Betrachtung festgestellt habe.

Es wurde am meisten bemängelt, dass das Lekto- und Korrektorat sich dem Buch nicht wirklich angenommen hat. Bei vielen kam wohl sogar der Eindruck auf, dass man sich erhofft hat, wenigstens ein paar Euro zu erhalten.

Die einsichtige Aufgabe

Ich habe eingesehen, dass hier Endstation ist. Mit dem noch laufenden Crowdfunding werde ich noch das versprochene Buch veröffentlichen und mich danach anderen Dingen zuwenden, welche ich vernachlässigt habe. Dies oder zum Beispiel das.
Es gibt durchaus Dinge, die mehr Aufmerksamkeit fordern als das. Vielleicht werde ich irgendwann einmal, wenn ich mehr Lebenserfahrungen gesammelt habe, noch einmal zu den Kurzgeschichten zurückkehren.

Ein guter Rat

Ja einen Rat habe ich tatsächlich an jene, die auch den Wunsch verspüren ein Buch zu veröffentlichen. Statt euch krampfhaft, wie ich es getan habe, einen Verlag zu suchen und dann einfach nur enttäuscht zu werden, nehmt lieber ein bischen Geld in die Hand und sucht euch ein Lektorrat und veröffentlicht anschließend selbst.
So oder so gibt es keine Garantie dafür, dass ihr Erfolg haben werdet. Aber wenn euch was daran liegt, seht es als Hobby. Und für ein Hobby gibt man doch gerne Geld weg.

Ich werde meine Aufgabe nicht bereuen. Lieber betrachte ich es als Bedenkzeit.

Gehabt euch wohl.

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