STILL ALICE – Mein Leben ohne Gestern

Genre:
Drama

Erstveröffentlichung:
USA / Deutschland: 2014

Wie bei jeder SeFi-View gilt auch hier, Spoileralarm.

Lange habe ich diese Kategorie meines Blogs nicht mehr bedient. Doch dieser Film zwingt mich dazu, es nach langer Zeit wieder zu tun.

Es läuft, auf meinem Fernseher, gerade der Abstand und ich muss mich sehr bemühen, nicht zu heulen, wie ich es bei „die letzten Glühwürmchen“ getan hab.
Gut, ganz so schlimm war der Film dann nicht. Aber er hat mich schon, ein wenig, an meine emotionalen Grenzen gebracht.

In dem Film geht es um eine fünfzigjährige Linguistik-Professorin namens Alice. Der Film steigt ein, als die Dame, gespielt von der fantastischen Julianne Moore, einen Vortrag hält. Dort macht sich ihr Leiden, dessen sie sich noch nicht bewusst ist, bemerkbar. Sie vergisst einfache Worte.
Man lernt bereits früh ihre Familie kennen, ihren Mann und ihre drei Kinder  zwei junge Frauen und einen jungen Mann. Man merkt schnell, dass dort die üblichen Familienkriesen lauern.

Alice bemerkt jedoch, aufgrund zunehmender Vergesslich- und Orientierungslosigkeit, dass mit ihr etwas nicht stimmt und geht, anfangs im Geheimen, zu einer Untersuchung. Es stellt sich heraus, dass sie unter einer früh einsetzenden Alzheimer leidet.
Im weiteren Verlauf sieht man einer Frau zu, wie die Krankheit sie immer mehr vereinnahmt und sie immer mehr Dinge vergisst und nicht wiedererkennt. Während dieses Verlaufs wird der Zuschauer (in diesem Fall also meiner einer) in etwas hinein geworfen, was er nicht versteht.
Es gibt Momente, in denen man den Atem anhält, sehr traurig oder sogar niedergeschlagen wird. Man versucht das nach zu empfinden, was Alice fühlt. Wie es ihr gehen muss. Je nach dem, wie empathisch ein Mensch gestrickt ist, kann es zu innerlichen Horrorszenarien führen.

Ich möchte nicht allzu viel verraten. Jedoch hat mich das Ende, welches anders war, als ich es erwartet hatte, sehr berührt und ich muss gestehen, dass ich Kristen Stewart, Alice‘ jüngster Tochter, zum Ersten mal in meinem Leben ein gewisses Schauspieltalent zu Gute halte, welches mir in ihrem bisherigem Schauspielleben absolut gefehlt hatte.

Still Alice hat jene Tiefe, die ich mir so oft Wünsche, jedoch meistens fehlt. Man kann die Empfindungen aller Protagonisten sehr gut nachfühlen und wird dementsprechend wütend, traurig oder auch mal genervt sein.
Ich habe nicht viel Ahnung von Alzheimer und war ein wenig neben der Spur, als der Film fortgeschritten ist. Der Fokus liegt während des gesamten Films auf Alice und dem Fortschreiten ihrer Krankheit. Und dabei hat Julianne Moore eine für mich hochgradig fantastische Leistung abgeliefert. Auch im Nachhinein kann ich mir keine andere Schauspielerin für diese Rolle vorstellen. Sie hat den Oscar für diese Rolle zu Recht erhalten.

Jeder, der den Dramen nicht abgeneigt ist, sollte sich Still Alice zu Gemüte führen, jedoch bedenken, dass der Film knallhart wirkt und von einer Krankheit spricht, die keine Gnade kennt. Alles was ein Mensch im Leben lernt und an Erinnerungen sammelt, kann in wenigen Wochen komplett zerstört sein.

Still Alice erhält von mir unvergessliche:

5 / 5

Bologneseteller mit sehr viel Parmesan oben drauf

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