Erstveröffentlichung: 27.10.2010

Einsam sitze ich im Park. Still und ruhig. Um mich herum fallen die Blätter, die ihren Weg gehen, ohne dass sie ein Baum aufhalten kann. Ganz anders als ich.
Ich bin gefangen. Gefangen in einem Geflecht aus Pflichten und Zwängen. Unsere Gesellschaft hat sich darin verfangen wie eine Biene in einem Spinnennetz, welches sie festhält und ihr Lebensende besiegelt hat.
Es ist dunkel und das Rascheln der Blätter in den Bäumen klingt wie Schreie nach Freiheit. Auch ich möchte schreien. Jedoch verbietet mir dies die Gesellschaft. Weiter starre ich auf die Blätter, die über den Parkboden fliegen und bedauere mein Sein. Es soll endlich enden.
Ein warmer Atem streift meinen Nacken. Eine unbekannte Stimme flüstert in mein Ohr. Ich spüre wie mein Herz voller Aufregung immer schneller schlägt und mein Kopf das
Folgende kaum erwarten kann. Die Stimme wird aggressiver und pumpt mehr Adrenalin durch meinen Körper. Die Stimme fordert etwas von mir. Jedoch reagiere ich nicht. Eine dünne kalte Spur zieht sich zitternd über meinen Hals. Die Stimme wird unruhig und die sehnsüchtige Kälte löst sich von mir. Ein Schwall aus Angst durchfährt meinen Körper. Die Stimme und die Kälte verschwinden immer mehr.
Ich packe den Arm
, der eine im Mondschein leuchtende Klinge hält. Ein ängstliches Stöhnen entfährt dem Fremden. Langsam presse ich den Arm in meine Richtung. Da ist sie wieder. Die wohlige Kälte.
Voller Adrenalin presse ich die Klinge weiter an meinen Hals und ein warmes Gefühl breitet sich abwärts
in meinem Körper aus. Immer weiter presse ich. Das warme Gefühl beginnt eisiger Kälte zu weichen und ich lasse den Arm mit der Klinge los. Neben dem Rauschen des Blutes höre ich Schritte, die sich entfernen.
Ich falle auf der Bank nach hinten. Der Kopf nun im Nacken liegend und den Mond betrachtend, denke ich meinen letzten Gedanken.
Fehlt mir der Wille zum Weiterleben oder fehlt die Kraft?

 

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