Noch nie war ich auf einer richtigen Demonstration. Der CSD zählt nicht. Dass ist in meinen Augen eine Party mit politischem Hintergrund. Diesmal jedoch war die Veranstaltung mehr als Politisch.

Sieben Organisatoren und eine Botschafterin (zu der ich später komme) stellten eine Demonstration auf die Beine, die (laut Polizeiangaben) weit mehr als 4000 Menschen mitgerissen hat. Viele dieser Menschen waren die gesamte Route über dabei. Auch ich.

Kurfürstendamm – Tauentzienstraße – Wittenbergplatz – Kleiststraße – Nollendorfplatz – Bülowstraße – Potsdamer Straße – Potsdamer Platz – Ebertstraße – Brandenburger Tor – Ebertstraße – Dorotheenstraße – Wilhelmstraße – Russische Botschaft, Unter den Linden 63-65

Und sie war Zehrend. Aber die Botschaft war klar: Putin soll das Gesetz revidieren, welches verbietet positiv oder neutral gegenüber Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuelle zu reden, berichten oder anderweitig zu kommunizieren.
Am 31.08.2013 um 12 Uhr versammelten sich die ersten Demonstranten am Kurfürstendamm. Anfangs fehlte ein wenig die Organisation. Wir wussten alle am Anfang nicht, wo genau welche Banner- und Schildträger sich positionieren sollten.

Nachdem dies abschließend doch geklärt wurde, begann der Bezirksbürgermeister von Charlottenburg – Wilmersdorf seine ermutigende Ansprache über das Ziel dieser Demonstration. Auch Frau Künast von den Grünen war da und schien die Bitte der Organisatoren, das alle politisch engagierten Demonstranten bitte keine Werbung für Parteien durch Banner oder Schildern machen sollen, da diese Demo nicht Rechtspolitisch sondern Menschenpolitisch war. Sie wurde noch einmal explizit begrüßt und erneut gebeten das Banner weg zu stecken.

Und nun ging sie los: die „enough is enough – Open your mouth“ Demonstration und führte über besagte Strecke.
Gelegentlich hab es am Straßenrand dann doch Leute, die diese Demo mit einer Politischen Werbung verwechselt haben. AfD allen Voran.

Die Demo selbst verlief recht Ereignislos. Und genau das ist für mich der Punkt. Während in der Video-Ankündigung Szenegesichter wie Nina Queer, Thomas Hermann und andere zu sehen waren, fehlte die Promi-Präsenz während des Demo-Umzugs fast gänzlich. Um Dinge nicht eventuell zu verpassen, sind wir grundsätzlich in der Nähe des Wagens geblieben. Bis auf Barbie Breakout, die Botschafterin der Demo, wurde niemand angekündigt oder ähnliches. Dabei hat sich ein Lindenstraße Schauspieler, den wir wohl alle kennen, unter das Volk gemischt. Georg Uecker. Wir fanden es toll, allerdings schien ihn kaum einer bemerkt zu haben. Sehr Schade. Auf alle fälle bedanken mein Mann und ich uns bei ihm für seine Anwesenheit.
Ich frage mich aber warum kaum ein „Promi“ da war? Werbung wurde genug gemacht und es waren viele Touristen da gewesen die an der Demo teilgenommen haben.

Auf die Schleife mit der ewig sich wiederholenden Musik möchte ich nicht weiter eingehen. Wir sind ja schließlich nicht zum Spaß da.

Am meisten waren wir jedoch entsetzt, dass weder unser Außenminister Guido Westerwelle noch der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit anwesend waren bei so einem wichtigen Thema. Die schwulen politischen Größen, ob man sie nun mag oder nicht, haben gefehlt. Das ist, in meinen Augen, unverzeihlich.

Mir wäre Tatjana Taft, rein von der Präsenz her, wesentlich lieber gewesen als Barbie Breakout. Warum? Ich konnte diese Person nicht ernst nehmen. Sie hat den Eindruck vermittelt, dass sie keine Lust auf diese Veranstaltung hatte. Auf mich wirkte sie eher ungepflegt. Sie hat sich auch null Mühe mit ihrem Outfit gemacht. Irgendwie fand ich das beschämend.

Die Route führte auch an das Holocaust-Denkmal vorbei an dem fast alle Demonstranten und auch Organisatoren Still waren. Ich genoss diese Ruhe die Einigkeit symbolisierte. Ich fand diesen Ort als Demo-Abschnitt äußerst klug gewählt.

Das ziel wurde nach mehreren Stunden, an denen Alkohol, Gras oder ähnliches konsumiert wurde (Was ich persönlich absolut verwerflich finde in Anbetracht der Thematik, aber das muss jeder selbst wissen), erreicht und man versammelte sich.  Ich habe ein kurzes Video erstellt und auf Youtube hoch geladen welches das Finale einläutet.

Einige bekanntere Personen hielten noch kleine Vorträge und das war’s dann auch schon.

Alles in Allem würde ich dennoch sagen, dass die Demo sehr gelungen war und hoffentlich den gewünschten Erfolg bringt.
Auf jeden Fall ziehe ich meinen Hut vor den Organisatoren so eine große Demonstration auf die Beine gestellt haben. Das habt ihr verdammt Super gemacht und ihr könnt Stolz auf euch sein!

 

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