Ich stehe auf extreme Herausforderungen. Ich mache regelmäßig Wildwasserrafting, Parkour in dicht befahrenen Straßen und Base-Jumping auf der ganzen Welt. Es gibt nichts was ich nicht machen würde.
Nun sitze ich in einer Bar und trinke einen Cocktail. Da spricht mich eine nicht zu verachtende Frau an. „Bist du der, der keiner Herausforderung widerstehen kann?“, fragt sie. Ich nicke einfach
und schaue ihr dabei in den Ausschnitt. „Komm mit!“, lockt sie und geht aus der Bar.
Ich folge ihr zehn Minuten lang bis sie vor einem ungefähr dreißig Meter hohem Haus stehen bleibt. „Würdest du von da runter springen? Bungee natürlich.“, fragt sie hochnäsig. Da runter? Soll das ein Witz sein? Ich gähne gelangweilt und nicke. Wir fahren mit einem Fahrstuhl hoch.
Oben angekommen sehe ich eine Vorrichtung. Typisch beim Bungee springen. Halterung, Seil. Das Übliche eben. Ich stecke meine Beine in die Schlaufen. „Kann’s losgehen?“, frage ich. Sie kichert laut und nickt. Ich stelle mich an den Rand des Daches und atme einmal tief ein. Ich setze zum Sprung an und falle.
Nach wenigen Augenblicken, pendle ich nur noch, 10 Meter über dem Boden, hin und her und warte darauf dass sie mich hochzieht. „Hast du mich wirklich vergessen?“, höre ich von oben. An mir saust eine Perücke zu Boden und ich versuche auf das Dach zu schauen. Da steht meine ehemalige Konkurrentin.
Bei einem Brückensprung ist ihr das Seil gerissen und sie hatte mir die Schuld gegeben. Sie darf seither keinen Extremsportarten mehr nachgehen. „Du hast mir alles genommen
, was ich hatte und jetzt…“, sagt sie.
„Ich war es nicht!“, schreie ich. Sie hält einen seltsamen Kanister in der Hand und beginnt ihn zu kippen. „Stirb
, du Betrüger!“, schreit sie während sie den Kanister weiter kippt.
Ein kaum wahrnehmbares Platschen ertönt. Auch das Geräusch eines Verbrennens ist zu hören. Nein! Eines Verätzens. Die Flüssigkeit kommt an dem Seil entlang zu mir und erreicht meine Sohlen. Ein Zischen ertönt. „Hilfe!“, schreie ich so laut ich kann. Sie kippt weiter und ein Tropfen landet auf meinem Gesicht. Wieder schreie ich. Doch keiner scheint es zu hören.
Inzwischen sind meine Sohlen weg geätzt und ich fühle nur noch Schmerz. Sie hält den Kanister nun komplett senkrecht und es kommt ein riesiger Schwall aus ihm heraus. Das Seil gibt nach. An meinem ganzen Körper beginnt es zu zischen. Ich fühle mein Gesicht und greife dabei in Fleisch. Vielleicht hätte ich die Wahrheit sagen sollen? Doch meine
Gier nach Ruhm ließ das nicht zu. Das Seil reißt und ich falle, kopfüber, zu Boden.

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