„Du bist eine… Kon?“ frage ich. Saldir verdreht die Augen, als würde sie etwas ahnen. „Ich bin eine Kron!“ antwortet sie laut. Ich begreife gar nichts. Langsam dämmert mir, dass ich nicht mehr in meiner Welt zu sein scheine. Wie sagte Saldir? „Willkommen in Gulfenia Kuu.“ Wenn ich so darüber nachdenke, verwirrt mich die Tatsache, dass es meinen Namen kennt. „Ach Saldir. Du bist so langweilig.“ höre ich eine grummelige Stimme sagen. Saldir seufzt laut. „Nicht du Ridlas.“ sagt sie, als sie in den goldenen Teich schaut. Es springt ein weiteres Wesen heraus. Dieses Wesen sieht fast genauso wie Saldir. Nur das es einen Stumpen als Bein hat und auf dem Kopf ist wieder so ein Hut. Allerdings sieht der aus, wie eine Tasse.  „Noch eine Kron?“ frage ich Saldir. Das neue Wesen springt auf mich zu. „Wie kannst du es wagen, mich als eine Kron zu bezeichnen?“ sagt es laut, wobei die Betonung definitiv auf eine liegt.
Es stellt sich, oder setzt es sich? Jedenfalls… Es geht wieder zu Saldir und will scheinbar was erklären. „Ich bin ein Kon, heiße Ridlas und habe die selbe Aufgabe, wie das Ding hier neben mir. Und ich bin, wie man es in deiner Welt nennen würde, männlich.“ sagt er. „Was heißt hier Ding?“ flucht Saldir. Ich schaue die beiden verwirrt im Wechsel an und Frage mich, was die beiden eigentlich sind? „Halt mal bitte.“ bitte ich. „Wer oder was seid ihr? Und vor allen Dingen, woher kennst du meinen Namen?“ frage ich, mit dem Blick nach Saldir gerichtet.
Saldir springt vor meine Füße und ich muss nach unten schauen. „Setz dich lieber.“ sagt sie und ich setze mich, in das Meer aus Blumen. „Also, ich bin Saldir. Eine Kron. Und das Ding hinter mir ist mein Zwillingsbruder, wie man in eure Welt sagen würde, Ridlas. Ein Kon.“ erklärt Saldir. „Zwillinge? Halten die nicht zusammen?“ frage ich. „Nein. Zu jedem Kron, wird ein Gegenstück geboren. Außerdem gibt es, von unseren Rassen, nur uns.“ erläutert sie. Irgendwie verstehe ich noch nicht so ganz und schaue mich noch einmal um. In der Ferne sehe ich einen Berg. In der anderen Richtung einen Wald. Nun schaue ich wieder zu den beiden Wesen.
„Ich verstehe nicht. Und ich weiß immer noch nicht, woher du meinen Namen kennst.“ sage ich ungeduldig. Ridlas schubst Saldir, unsanft zur Seite. „Jetzt bin ich dran. Als erstes werde ich dir erklären, woher wir deinen Namen kennen. Vor neun Lumens… Entschuldigung. Lumens ist für uns das Wort für Jahre. Jedenfalls wurden wir vor neun Lumens geboren. Unsere Vorfahren, Lisaka und Akasil, sind kurz davor, bei dem Versuch ihre Aufgabe zu erfüllen, verstorben und wir nahmen ihren Platz ein.“ sagt Ridlas abfällig. „Wir nehmen nicht ihren Platz ein. Jeder Kron und jeder Kon sind anders!“ schreit Saldir.
Ich stehe auf und lasse mir die Worte durch den Kopf gehen. Wirklich mehr, weiß ich nicht. „Und weiter?“ sage ich, mit dem Blick zum Himmel gerichtet. Die Farbe ist anders als bei uns. Mintgrün würde ich sagen. Oder doch Blattgrün? Saldir stupst mich an. Ich schaue runter. „Aufgrund dessen, dass Lisaka und Akasil starben, zog uns ein Mensch auf. Linnea hieß sie.“ sagt sie. „Die war anstrengend die Rekloq.“ sagt Ridlas. „Rekloq?“ werfe ich ein. „Rekloq ist in dieser Welt ein Schimpfwort für Mensch. Das zu erklären würde im Augenblick zu lange dauern.“ sagt Saldir. Ich denke nach. Linnea? Ist meine Oma damit gemeint? „Du sagtest Linnea. So hieß meine Großmutter.“ sage ich bestürzt. „Also hat sie ihr versprechen wahr gemacht.“ sagt sie. „Welches versprechen?“ hake ich nach. „Das Amulett um deinem Hals. Wir drei haben es gemeinsam angefertigt. Sie sagte, dass sie uns jemanden schicken wird, der uns, beziehungsweise einen von uns, bei seiner Aufgabe unterstützen wird.“ erklärt sie. „Was für eine Aufgabe?“ frage ich.
Die beiden beginnen sich, gegenseitig zu schubsen. Sie scheinen sich zu streiten. Ich stampfe auf und zertrete dabei eine Blume. Ein lautes Fiepen ertönt dabei. Ridlas beginnt zu Kichern, während Saldir auf mich zu hüpft. „Was soll das? Pass doch auf!“ schreit sie. Ich setze mich und schaue auf die zertretene Blume. Eine blaue Flüssigkeit breitet sich um die Blume aus und sie zerfällt zu Staub. „Diese Blume bekommt kein weiteres Leben.“ sagt Saldir wehmütig.
Ich versuche zu verstehen. Ratlos schaue ich in die Gesichter der beiden Wesen. „Genau deswegen sind Ridlas und ich hier. Wir sollen Das Mondscheinkind finden.“ sagt Saldir. „Mondscheinkind?“ frage ich. Die beiden werfen sich vernichtende Blicke zu. „Du wirst den Platz deiner Großmutter einnehmen.“ sagt Ridlas, mit einem gehässigem Kichern. Saldir beginnt etwas in sich hinein zu fluchen, was ich nicht verstehe. Ich muss an meine Oma denken und greife nach dem Anhänger. Tiefe Trauer überkommt mich. „Kuu. Du bist ein Mondkind.“ sagt Saldir. „Deine Aufgabe ist es, das Kind im Mondschein zu finden und die Welt so werden zu lassen wie du es wünschst. Zum Beispiel sie zu zerstören.“ sagt Ridlas. „Oder um den Frieden wieder herzustellen.“ ergänzt Saldir, die wieder bei der Stelle hockt wo ich die Blume zertrat. „Saldir?“ sage ich. „Ja?“ kommt zurück. „Warum starrst du so auf diese Blume? Es ist doch nur eine Pflanze.“ stelle ich fest. „Genau.“ stimmt mir Ridlas zu und kichert dabei.
Saldir erhebt sich. „In deiner Welt mag es nur eine Pflanze sein. In unserer Welt gibt es keine Pflanzen. In unserer Welt gibt es nur Rassen. Das war eine Dodenria. Eine Rasse, die andere mit ihrem Duft die Angst nimmt.“ sagt sie und ihr fällt eine Träne auf den Boden. Die Blume… Nein… Die Dodenria verschwindet. „Wenn ein Wesen bei uns durch Gewalt stirbt, stirbt auch die Seele des Wesens. Stirbt es ein Natürlichen Tod, wird es wieder geboren.“ sagt sie. Ich neige meinen zu Boden, als mir wieder das Kind im Mondschein einfällt. „Ich verstehe das alles nicht.“ sage ich. „Ein Rekloq wird das nie verstehen.“ sagt Ridlas abfällig. „Lass dir Zeit. Du wirst verstehen.“ korrigiert Saldir.
Mein Kopf ist voller Informationen die ich nicht verarbeiten kann. Warum bin ich hier? Wie bin ich hergekommen?  „Eins ist jedoch klar.“ wirft Ridlas ein. „Du musst einen Mondsucher bestimmen. Ridlas oder mich.“ ergänzt Saldir. „Und sei dir bewusst…“ fängt Saldir an. „… dass wir bis zu unserem Ende an dir kleben werden.“ beendet Ridlas.

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